| Die Rolle der Tonhöhe für die Stimmanpassung bei Transgendern und transsexuellen Personen |
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--- © Udo Elfert 2009 http://www.udoelfert.de ---
Wie wichtig ist die Tonhöhe zur Entwicklung einer weiblichen Stimme?Die Person, durch die ich das erste Mal mit dem Thema „Entwicklung einer weiblichen Stimme für Transgender und Transsexuelle“ in Kontakt kam, stellte die Aufgabenstellung etwa folgendermaßen dar: „Du bist als Frau gekleidet und geschminkt, und dann gehst du in ein Café und sagst mit einer tiefen, männlichen Stimme:...“ – Anders gesagt: Das Passing passt, aber die Stimme stimmt nicht. Das ruft beim Gegenüber Irritationen hervor.
Warum wird die Sprechmelodie monoton, wenn die Stimmlage zu stark angehoben wird?Jede Person hat einen individuellen Stimmumfang. Meistens sind dies etwa 1 ½ bis 2 Oktaven. (Personen mit einer stimmlichen Ausbildung weisen oft einen sehr viel größeren Stimmumfang auf, Personen mit Stimmstörungen einen oftmals eingeschränkten Stimmumfang.) Die mittlere Sprechstimmlage – das ist diejenige, bei der entspannt gesprochen und der Kehlkopf möglichst wenig belastet wird – liegt meistens im unteren Drittel des gesamten Stimmumfangs. Grafisch stellt sich dies so dar:
Nun sprechen wir nicht auf einem Ton – das wäre monoton – sondern die Stimme wird um diese mittlere Sprechstimmlage moduliert; es entsteht eine Sprechmelodie – auch Intonation genannt.
Wird nun die Sprechstimmlage um eine ganze Oktave angehoben, um mit einer typisch weiblichen Sprechstimmlage zu sprechen, dann gibt es für eine Sprecherin mit einem anatomisch männlichen Kehlkopf nach oben (also hin zu höheren Tönen) keinen Spielraum mehr. Die Stimme klingt daher dann monoton und irritiert den Gesprächspartner.
Im Hinblick auf die Tonhöhe geht es beim Stimmtraining für Transgender und Transsexuelle also darum, die Sprechstimmlage soweit zu erhöhen, dass sie gut modulierbar bleibt. Gleichzeitig können die anderen Stimm- und Sprechbereiche (Resonanz, Gestik und Mimik, Kommunikationsverhalten, Wortwahl, Stimmklang) so angepasst werden, dass die Stimme als Ganzes, als weibliche Stimme vom Gegenüber identifiziert wird. Wo die Zieltonlage genau liegt, muss individuell bestimmt werden. Sie richtet sich nach den individuellen stimmlichen Gegebenheiten (stimmliche Belastbarkeit, Stimmumfang, „natürliche“ Sprechstimmlage usw.). --- © Udo Elfert 2009 http://www.udoelfert.de ---
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. September 2009 um 16:07 Uhr |
























