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Ganzheitliches Sprachförderkonzept für die Sprachförderung im Kindergarten PDF Drucken E-Mail

Das ganzheitliche Sprachförderkonzept für den Kindergarten nach Udo Elfert versetzt Sie als ErzieherInnen in die Lage, selbständig Sprachfördermaßnahmen auszuwählen und anzuwenden. Dabei stehen praxisorientierte und in den Kindergartenalltag integrierte Sprachübungen und -spiele im Vordergrund.

 

Für wen werden Sprachfördermaßnahmen im Kindergarten durchgeführt?

  • Sprachförderung findet statt für Kinder, die Schwierigkeiten im Erwerb der Erstsprache Deutsch haben. (z.B. bei Sprachentwicklungsverzögerungen)
  • Sprachfördermaßnahmen werden für Kinder, die Probleme im Erwerb der Zweitsprache Deutsch haben, durchgeführt.
  • Sprachförderung findet statt für Kinder, die zu Beginn der Sprachentwicklung stehen.
  • Schließlich sollten alle Kinder von den Sprachfördermaßnahmen profitieren.

 

In welchem Rahmen sollte die Sprachförderung im Kindergarten umgesetzt werden?

Bei dem Thema Sprachförderung im Kindergarten denkt man zunächst häufig an spezielle Förderprogramme und Fördertechniken. Selbstverständlich kann es sinnvoll sein, Kinder mit spezifischen Schwierigkeiten im Spracherwerb in Gruppen mit speziellen Förderprogrammen zu fördern. Dies ist aber nur ein Teil dessen, was Sprachförderung im Kindergarten bedeutet:
Sprache ist in erster Linie dialogische Kommunikation. Die Sprache entwickelt und formt sich entlang dieser dialogischen Kommunikation in lebensrelevanten, natürlichen Situationen. Für den Kindergarten heißt dies: Die Sprache entwickelt sich zuallererst im Kindergartenalltag in natürlichen Gesprächssituationen zwischen den Kindern untereinander und zwischen Kindern und ErzieherInnen. Wer Sprache und Sprachentwicklung wirklich fördern will, sollte den Fokus auf die Sprachförderung im Kindergartenalltag lenken und darf sich nicht ausschließlich auf funktionsorientierte Förderprogramme verlassen, die ein paar Mal wöchentlich mit sog. "Förderkindern" durchgeführt werden.

 

Wie kann Sprachförderung im Kindergartenalltag praktisch umgesetzt werden?

Wie die Sprachförderung in der Einrichtung tatsächlich umgesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • von der Gruppengröße
  • vom Anteil an Kindern mit Deutsch als Zweitsprache
  • von den persönlichen Ressourcen und Kapazitäten der ErzieherInnen
  • von räumlichen und finanziellen Faktoren
  • vom Leitbild der Einrichtung
  • von persönlichen Vorlieben, Kenntnissen und Erfahrungen der ErzieherInnen
  • von zeitlichen Aspekten
  • von der Möglichkeit, die Eltern der Kindern mit einzubeziehen
Funktionsorientierte Sprachförderprogramme werden den Gegebenheiten im Kindergarten häufig nicht gerecht und stellen nur einen Teil einer effektiven Sprachförderung dar.
Das ganzheitliche Sprachförderkonzept nach Udo Elfert ermöglicht den ErzieherInnen daher, selbständig angemessene Sprachfördermaßnahmen auszuwählen - sei es Sprachförderung in der Gruppe oder in speziellen Sprachfördergruppen, sei es allgemeine oder funktionsorientierte Sprachförderung - und praktisch durchzuführen.

 

Inhalte des ganzheitlichen Sprachförderkonzepts

 

In den Fortbildungen werden zunächst Basiskenntnisse und Basisfähigkeiten erworben. Dazu gehören:

  • Sprachwissenschaftliche Ebenen (Was ist eigentlich Sprache, und auf welchen Ebenen fiindet sie statt?)
  • Sprachentwicklung (Wie entwickelt sich die Sprache im Regelfall? Welche verschiedenen Spracherwerbsstile, nach denen Kinder Sprache erwerben, gibt es eigentlich?)
  • Störungen der Sprachentwicklung (Welche wichtigen Störungen der Sprachentwicklung sind bei Kindern häufig anzutreffen?)
  • Abgrenzung Logopädie / Sprachförderung, Vermittlung professioneller Hilfe
  • Zusammenhänge zwischen Spracherwerb und anderen Entwicklungsbereichen

Danach werden genauere Kenntnisse zu speziellen Sprachfördermaßnahmen und -techniken erarbeitet:

  • Die Rolle der Sinne bei der Sprachentwicklung
  • Ganzheitliche Sprachförderung
  • Allgemeines sprachförderndes Verhalten
  • Hörerziehung
  • Sprachfördertechniken (Modellierungstechniken)
  • Zweisprachigkeit und Bilingualität
  • Mundmotorik und Artikulation
  • Phonologische Bewusstheit
  • Sprachförderung als Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb (HLL, Wuppi)
  • Sprachförderprogramme
  • Dialogisches Lesen und Emergent Literacy
  • Elternberatung

Eine ausführliche Aufstellung von (möglichen) Seminarinhalten einer Sprachförderung im Kindergarten finden Sie in folgendem pdf-Dokument:

Inhalte Fortbildung Sprachförderung im Kindergarten (ausführlich)

 

Fazit

Herkömmliche Sprachförderprogramme orientieren sich häufig an sprachsystematischen Aspekten (Förderung der phonologischen Bewusstheit, Wortschatzaufbau, Aussprache, Förderung der Grammatik usw.). Zwar ist es für die ErzieherInnen wichtig, auch diese funktionsorientierten Übungen in die Sprachförderung zu integrieren. Eine einseitig funktionsorientierte Herangehensweise wird den kindlichen Sprachbildungsprozessen dennoch nicht gerecht: Kindliche Bildung (und damit auch der Spracherwerb) zeigt sich zwar im Erwerb verschiedener Fähigkeiten, bedarf aber ganz besonderer Kontexte und Vorbedingungen.

Kinder brauchen für ihre Sprachentwicklung aufmerksame, zugewandte Erwachsene, die zum Dialog bereit stehen und zu Dialogen anregen. Dies sollte sich an den Bedürfnissen des Kindes orientieren; die Kinder müssen beteiligt sein und praktisch selber etwas erfahren. Dies sollte so weit wie möglich in natürlichen und nicht in konstruierten Situationen geschehen. Der Einbezug aller Sinne ist dabei genauso wichtig wie die Bewegung. Ganz im Vordergrund sollte bei all dem die Sprechfreude stehen. - Kinder erwerben Sprache nicht, indem sie isoliert Aussprache, Grammatik und "Vokabeln" lernen, sondern in für sie relevanten Situationen, die Neugier erwecken und für die Kinder von Bedeutung sind.

Das ganzheitliche Sprachförderkonzept nach Udo Elfert orientiert sich dabei an Bildungsprozessen, wie sie zum Beispiel von Prof. Dr. Gerd E. Schäfer dargestellt werden (s. Literaturliste). Die ErzieherInnen lernen sowohl die sprachsystematischen Grundlagen von Sprachförderung (linguistische Ebenen, Spracherwerb, funktionsorientierte Förderprogramme) kennen, als auch die pädagogischen Rahmenbedingungen, welche für eine effektive und nachhaltige Sprachförderung notwendig sind. In diesem Sinne ist das Sprachförderkonzept als ein ganzheitliches Konzept zu verstehen.

Habe ich Ihr Interesse geweckt, dann setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung: Kontakt Fortbildung Sprachförderung Udo Elfert

 

Zertifizierung

Nach der Durchführung der Fortbildung Sprachförderung im Kindergarten wird der Einrichtung ein Zertifikat und ein Fensteraufkleber ausgehändigt, welcher die Durchführung der Fortbildung "Sprachförderung im Kindergarten" bestätigt und die Einrichtung für die Sprachförderung nach dem ganzheitlichen Sprachförderkonzept zertifiziert.

 

Vgl.: Die Sprachentwicklung ganzheitlich fördern

Siehe auch: Inhalte Fortbildung Sprachförderung im Kindergarten (ausführlich)

 

 

 

 

 

 



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. September 2009 um 15:43 Uhr
 


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