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Kinder, Sprachentwicklung und Fernsehen PDF Drucken E-Mail

--- © Udo Elfert 2009 http://www.udoelfert.de --- Rolle Fernsehen bei der Sprachentwicklung

 

Obwohl im Fernsehen Sprache eingesetzt wird, fördert es die Sprachentwicklung kaum. Die schnellen Bildwechsel und die akustische Überladung überfordern häufig die kindlichen Wahrnehmungssysteme, so dass das Fernsehen für die Sprachentwicklung oft sogar kontraproduktiv ist. Je kleiner die Kinder sind, desto schwerwiegender können die Folgen sein, so dass Kinder frühestens mit 3-4 Jahren fernsehen sollten. Aber selbst älteren Kindern bringt es für die Sprachentwicklung nichts, wenn sie dies alleine tun. Dafür gibt es folgende wesentliche Gründe:

 

  1. Sehen Kinder alleine fern, so findet keine Kommunikation statt. Kommunikation, also Dialoge und Austausch, ist aber die Grundlage jeder Sprachentwicklung: Ohne Kommunikation findet keine Sprachentwicklung statt! – Kleine Kinder sollten nur mit den Eltern/Erwachsenen zusammen fernsehen. So können die Kinder nachfragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Mit Erwachsenen können sich so fruchtbare Dialoge entwickeln.
  2. Beim Fernsehen wird nur das visuelle (Sehen) und das auditive System (Hören) gefordert. Die anderen Sinneskanäle (Tastsinn, Gleichgewichtssinn, Tiefensensibilität, Riechen und Schmecken) spielen beim Fernsehen überhaupt keine Rolle. Ein gemeinsames Wirken aller Sinne (vgl. sensorische Integration), welches eine wichtige Grundlage jeder Sprachentwicklung ist, wird beim Fernsehen verhindert bzw. zumindest nicht gefördert.
  3. Darüber hinaus sind die Kinder beim Fernsehen völlig passiv. Sie sprechen nicht und sie handeln nicht. Die für die Sprachentwicklung so wichtigen motorischen Funktionen werden beim Fernsehen völlig vernachlässigt.
  4. Die Inhalte im Fernsehen sind häufig nicht kindgerecht und haben für viele Kinder keine Bedeutung (selbst bei Kindersendungen). Sprachliche Äußerungen, die ohne Relevanz für ein Kind sind, werden aber herausgefiltert und gar nicht wahrgenommen. Die Folge ist, dass das auditive System (das Hören) überlastet wird, das Kind aber keinerlei Vorteile aus der akustischen Reizflut zieht.
  5. Beim Fernsehen und bei Computerspielen wird im Gehirn der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet. Dopamin ist notwendig, damit erfahrene Inhalte verarbeitet und in das Langzeitgedächtnis überführt werden. Durch den vom Fernsehen (bzw. durch Computerspiele) verursachten hohen Dopaminspiegel konkurrieren die konsumierten Inhalte mit sonstigen Erfahrungen um den Zugang zum Langzeitgedächtnis. Die Folge ist daher, dass wichtige Dinge, die vom Kind gelernt werden sollten, nicht ins Langzeitgedächtnis überführt werden, weil „die Kanäle verstopft“ sind.


Das Fernsehen hat für junge Kinder demnach viele Nach- aber nur wenig Vorteile. Nichtsdestotrotz sollten Kinder beizeiten mit dem Fernsehen Kontakt bekommen, um eine entsprechende Medienkompetenz zu entwickeln.

--- © Udo Elfert 2009 http://www.udoelfert.de ---

 

 

 

 

 

 

 



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. August 2009 um 18:20 Uhr
 


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